Sonntag, 8. August 2021
A dll required for this install to complete could not be run - surprising solution!
So I was now looking for a way to have a log written during the installation, in which the disturbing DLL will hopefully appear with its full name, so that I can replace it or provide it with rights if necessary. There is actually a command prompt that does just that:
msiexec.exe / i "The MSI-file To install (full path)" / L * vx "The log-file to write.txt (will be created / overwritten)"
The command prompt MUST run with administrator rights!
I quickly created a batch file with the above command and placed it on the desktop. I could then simply start it as admin with a right click. And now the highlight: the setup ran in this way without any further problems, the program was installed without errors. The log was also generated and was full of entries that I did not understand. Anyway, the DLL problem was solved!
P.S: Maybe the cracks at Microsoft should think hard about why it works this way and not the 'normal' way?
Montag, 13. April 2015
Event von Web-Usercontrol als Repeater-Element auslösen
Wenn man ein Usercontrol als Listen-Element in einem Repeater einsetzt, will man wahrscheinlich auf Klicks innerhalb des Controls im Repeater reagieren. Eigentlich kein Problem, man muss nur im selbstgebauten Control ein Public Event definieren und beim passenden Klick das Event auslösen. Außerdem muss das Event natürlich im Repeater registriert werden, um darauf zu reagieren.
In VB .NET sähe das so aus:
Z.B. im Usercontrol:
Public Event Changed(sender As Object, e As EventArgs)
Dann in der Klick-Routine:
RaiseEvent Changed(Me, New EventArgs)
Und im Repeater wird dieses Event so registriert:
AddHandler <Usercontrol>.Changed, AddressOf <Subroutine>
Soweit so gut.
Die Frage ist allerdings, wann registriere ich den Eventhandler? Ich habe das zunächst innerhalb des ItemDataBound-Ereignisses im Repeater gemacht. Was mir deshalb logisch erschien, weil zu dem Zeitpunkt das Usercontrol vorhanden sein muss. Doch, wie ich nach etlichen Versuchen feststellte, es wird dann nie ausgelöst, bzw. es wird im Usercontrol ausgelöst aber kommt nie im Repeater an. Echt frustrierend.
Die Lösung ist, wie immer einfach, wenn man's weiß: das Event muss unbedingt im ItemCreated-Ereignisses des Repeaters registriert werden! Denn dies Event wird bei jedem Aufruf der Seite, auch bei Postbacks aufgerufen!
Sonntag, 5. April 2015
Stylesheet in ASP. NET Mastersite funktioniert nur mit runat=“server“ Attribut!
Hat mich eine gute Stunde Websuche gekostet, bis ich herausgefunden hatte, warum bei allen Pages CSS nicht funktionierte, obwohl der Stylesheet-Link ordnungsgemäß im HEAD-Tag der Masterseite stand. Diesen Link trägt Microsoft bzw. Visual Studio selbst ein, sobald man der Seite einen Stil zuordnet. Das sieht dann so aus:
<link href="../<Ordner>/<style>.css" rel="stylesheet" type="text/css" />
Scheinbar alles okay, funktioniert auch super im Designmodus der Masterpage. Aber eben nicht auf den zugeordneten Pages. Ich hab es dann damit versucht, den Style-Link auf jeder Page zusätzlich einzutragen – ohne Erfolg. Schließlich hatte ich die Lösung im Netz gefunden (nachdem alle möglichen Vorschläge nicht funktionierten, z.B. den DOCTYPE zu ändern, oder die css-Datei im Root-Ordner zu speichern). Es fehlt lediglich ein runat-Attribut und der Pfad muss mit der Tilde ‚~' beginnen (das media-Attribut ist optional). Also:
<link href="~/<Ordner>/<style>.css" rel="stylesheet" type="text/css" runat="server" media="screen" />
Und schon läuft es wie geschmiert. – Allerdings nicht bei UserControls. Da muss ich noch eine Lösung finden, wie dort das CSS auch im Design angezeigt wird.
Freitag, 30. Januar 2015
Was mich ärgert - Rundfunkbeitrag
Rundfunkbeitrag. Schon das Wort ist gelogen. Unter Beitrag versteht doch jeder, dass man etwas freiwillig gibt. Den Rundfunkbeitrag muss aber jeder Haushalt zahlen, egal ob er die Öffentlich-Rechtlichen nutzt oder nicht. Sogar Blinde, Taube und Demente. Die korrekte Bezeichnung wäre also Rundfunkabgabe, oder am besten gleich Rundfunksteuer. 210 Euro pro Jahr muss jeder Haushalt berappen, damit ARD, ZDF & Co uns rund um die Uhr mit einem Programm versorgen, das kaum jemanden interessiert. Da kommen satte 7 ½ Milliarden Euro zusammen, das entspricht ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt von Malta. Ein Haufen Geld. Die Malteser wären sicher ganz aus dem Häuschen, wenn sie alles, was sie im Jahr erwirtschaftet haben, gegen so etwas Schönes wie ‚die Küchenschlacht' oder ‚Das Quizduell' tauschen dürften.
Die Rundfunksteuer wurde eingerichtet, damit das System gerechter wird, sagen die Politiker. Tatsächlich ging es wohl eher darum, die wachsenden Probleme mit der Rundfunkgebühr und den Methoden der GEZ durch eine staatliche Lösung zu beseitigen. Klagen dagegen wurden bisher konsequent abgeschmettert, vor allem mit der Begründung, dass ein unabhängiger Journalismus für eine Demokratie unverzichtbar sei. Unabhängig? Wie unabhängig können Sender wohl sein, deren Existenz komplett vom Goodwill der Politiker abhängt? Jeder Festangestellte der Öffentlich-Rechtlichen hat quasi Beamtenstatus und kann sorgenfrei seine Zukunft planen, ganz im Gegensatz zu denen, die diesen Status finanzieren müssen, nämlich wir! Und mal ehrlich, wer würde schon diesen wunderbaren Zustand aufs Spiel setzen, indem er sich kritisch mit der Regierung und unserem politischen System auseinandersetzt?
Es gibt einen Rundfunkstaatsvertrag, indem festgelegt wurde, was genau die Aufgaben von ARD & Co sind, aber es gibt auch findige Juristen, die die Paragrafen solange dehnen, bis die ‚Helene Fischer Show' ein kulturelles Ereignis von nationalem Rang ist. Nichts gegen Helene Fischer oder ihre Fans; aber nach meiner Erfahrung kommen auf jeden, der die Künstlerin sehen will, mindestens neun andere, die gut darauf verzichten können. Nun, mittlerweile heiligt die Einschaltquote jede noch so dümmliche Show zur Hauptsendezeit. Dabei steht kein Wort von irgendwelchen Quoten im Staatsvertrag, allerdings eine Menge über den Informations-, Bildungs-, Kulturauftrag. Um aber ein hochwertiges Programm in diesen Bereichen zu machen, braucht man Zeit und Geld und Leute, die ihr Handwerk gelernt haben.
Gründliche Recherche bei mindestens zwei unabhängige Quellen – wozu? Man kann doch viel bequemer ungeprüft senden, was der News-Markt so hergibt. Schönes Beispiel dafür war der angebliche Marsch von 50 Staatsoberhäuptern in vorderster Front bei der ‚Je suis Charlie'- Demo in Paris. Tatsächlich hatten sich Merkel & Co nur für ein paar Minuten untergehakt und sind 100 Meter unter strengster Bewachung weit entfernt von den Bürgern gegangen um anschließend in ihre Staatskarossen zu steigen und abzuhauen. Auf allen Kanälen waren danach hübsche Schnittbilder zu sehen, Hunderttausend Demonstranten, angeführt von den mutigen Politikern und dazu gab es jubelnde Kommentare. So etwas nennt man Manipulation und devote Hofberichterstattung. Auch dafür zahlen wir 210 Euro im Jahr.
Man mag es bei 7 ½ Milliarden Euro kaum glauben, aber das Geld für hochwertige, akribisch überprüfte politische Beiträge fehlt, weil es vor allem für Sportlizenzen, Fernsehshows und externe Produktionsfirmen gebraucht wird, die uns etwa mit diesen wunderbaren Talkshows versorgen, in denen die immer gleichen Köpfe sattsam Bekanntes von sich geben dürfen. Wie im Karussell tauchen diese Sprechautomaten nacheinander bei Illner, Jauch, Will, Maischberger auf und versorgen uns mit Platituden und BlaBla, Hauptsache, es kommt nicht zu einer ernsthaften Diskussion über echte gesellschaftliche Probleme oder gar das politische Personal. Auch dafür zahlen wir den Rundfunkbeitrag, ob wir wollen oder nicht. Wo bleiben die kritischen Beiträge zu TTIP, Billionenankäufe der EZB, zum Wachstumswahn, zur Verarmung in Deutschland, über die Macht der Lobbyisten und die Ohnmacht der Bürger; warum überträgt man wieder live die Tour de France, obwohl man doch weiß, dass die Mehrheit der Fahrer nach wie vor gedopt ist, wo bleiben die investigativen Berichte über Korruption bei Banken, Industrie und Politik. Stattdessen bekommen wir nur eine weitere seichte Trivialserie mit Frau Berben, Hörbiger oder Neubauer in der Hauptrolle. Das alles zum Preis eines Mittelklassewagens – pro Minute, versteht sich.
Sicher, Fernsehen ist nicht das Wichtigste auf der Welt und im Grunde könnte es mir egal sein, welchen Müll ZDF & Co Tag für Tag in den Äther blasen, genauso, wie es mir bei RTL & Co tatsächlich wurscht ist. Aber für die Privaten müssen wir keine Zwangsabgaben leisten und sie machen auch kein Hehl daraus, dass sie am Gängelband der Industrie hängen. Jeder weiß, dass er durch das Anschauen der üppigen Werbeblöcke ihre Existenz sichert. Wenn keiner mehr guckt sind sie weg. Die öffentlich-rechtlichen aber eben nicht. Selbst wenn niemand mehr einschalten würde, wäre ihnen immer noch unser ‚Beitrag' sicher, 7 ½ Milliarden pro Jahr.
Apropos, was ist eigentlich mit Malta passiert, nachdem die Banken dort nach der ersten Hilfe der EU nach weiteren Milliarden riefen? Wurde gezahlt? Dazu hätte ich gern etwas in ARD, ZDF & Co gesehen.
Mittwoch, 11. Juli 2012
Win7 Domäne zurück zur Arbeitsgruppe
Wir haben einen neuen SMS Server im Keller eingerichtet und natürlich wollte ich die PCs nun auch in der Domäne anmelden und die Vorteile von ActiveDirectory nutzen.
Also habe ich den Computer von der Arbeitsgruppe XYZ auf die Domäne XYZ umgestellt und neu gestartet. Nun musste ich mich mit Strg+Alt+Entf anmelden, was mich etwas stutzig machte, aber okay, also Usernamen und PW angegeben und los ging’s. Alles okay, vertrauter Desktop und nun konnte ich im Netzwerk auch den Server sehen. Perfekt.
Aber die Anmeldung. Ich hatte vorher Autologin konfiguriert (z.B. so) und das wollte ich auch hier so haben. Also bin ich dieser Anleitung gefolgt:
REGISTRY
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\WinLogon]
"AutoAdminLogon" = "1"
"ForceAutoLogon" = "1" – GEFÄHRLICH"!
"DefaultUserName" = "XXXX"
"DefaultPassword" = "xxxxx"
"DefaultDomainName" = "xxx"
Das habe ich gemacht, und es hat auch funktioniert. Doch nach dem Neustart hatte ich plötzlich einen fast jungfräulichen Windows-Desktop vor mir. Grund: der Server hat mein Desktop lokal gespeichert und liefert ihn auf Anmeldung an meinen Rechner aus.
Das war nicht, was ich wollte, schließlich müsste ich jetzt alle Programme wieder komplett neu konfigurieren. Also erst mal alles zurück. Ab in die Registry und Autologin zurücksetzen. Denkste ! Seit der Ummeldung bin ich nämlich kein Administrator mehr und darf solche Änderungen gar nicht vornehmen!
Gut, dann eben abmelden und als lokaler User wieder anmelden. – Das klappt nicht, denn "ForceAutoLogon" ist gesetzt und sorgt dafür, dass sofort wieder angemeldet wird. Und nun?
Nachdem ich zig Einstellungen am Server vorgenommen und etliche Foren ohne Erfolg durchstöbert habe, war mir klar, dass ich es schaffen müsste, mich wieder als lokaler User anzumelden, ansonsten würde nichts funktionieren.
Früher konnte man das Autologin durch Drücken der SHIFT-Taste unterbrechen, aber das funktionierte bei Win7 einfach nicht. Dann, nach längerer Suche fand ich den Tipp, BEIDE Shift-Tasten abwechselnd zu drücken, nachdem man 'Abmelden’ beim Computer gewählt hat. Und, siehe da, es funzt. Man kann nun wieder Strg-Alt-Entf drücken und bekommt den gewohnten Anmelde-Bildschirm. Einmal den Domäne-User und dann die Möglichkeit sich als anderer Benutzer anzumelden. Darauf klicken, den Namen des Computers und den lokalen User (“COMPUTER\USER”) und Passwort angeben, und – man ist wieder dort wo alles begann, und kann nun notfalls alles wieder zurücksetzen. Was für eine Erleichterung!
Ich poste das hier, weil ich mal vermute, dass es einen Haufen Leute gibt, die genau vor demselben Problem stehen und schon kurz davor stehen, Windows neu zu installieren.
Samstag, 27. August 2011
IP(s) auf Server 2003 gezielt sperren
Dienstag, 2. August 2011
Liebe geht anders.: Bald geht's los
Endlich hat sich meine Tochter durchgerungen, das öffentlich und regelmäßig zu tun, was sie am besten kann - schreiben. Ihre Art, die Welt und das darauf agierende Ensemble zu beschreiben ist höchst amüsant und manchmal auch sehr berührend. Alle, die bisher etwas von ihr gelesen haben, wollten danach nur noch eins: mehr!
Donnerstag, 30. Juni 2011
Banken vs. Mafia
| | Bank | Mafia |
| Lebt ausschließlich von der Arbeit anderer | Zinsen, Provisionen, Beteiligungen | Schutzgeld, Raub |
| Vernichtet Karriere und Leben von vielen Menschen | Schrottpapiere, faule Kredite, Staatsanleihen, Rohstoff- Nahrungsmittel-Spekulation | Erpressung, Mord |
| Betreibt Glückspiel in großem Stil | Hedgefonds, Investmentbanking, Immobilienfinanzierung, Versicherung | Wettportale, Casinos |
| Agiert International | Bankenkonzerne, Börsen | Cosa Nostra etc. |
| Verschleiert die Tätigkeiten | Hochkomplexe Produkte, interne Deals | Geldwäsche, beteiligt sich damit an regulären Geschäften |
| Erkauft sich Wohlwollen der Mächtigen | Spenden, kulturelle Förderung, Einladungen, Lobbyismus | Bestechung, Manipulation |
| Trägt keinerlei gesellschaftliche Verantwortung | Euro-Rettungsschirm (Steuerzahler tragen das Risiko der Banken) | In Teilen doch, da sie ihre Mitglieder und Angehörige fördert und schützt |
| Entzieht sich der Justiz | Verhindert wirkungsvolle Gesetze durch Drohung, Fehlinformation und Manipulation | Setzt Justiz und Exekutive durch Drohung, Bestechung und Korruption außer Kraft |
| Ignoriert ethische Werte | Jeder Deal, der Geld bringt, wird gemacht, egal, ob dabei ganze Länder ins Elend rutschen | Nicht ganz. Es wird zwar fast alles gemacht, es gibt aber einen Ehrenkodex. |
Bert Brecht: “Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?” [Dreigroschenroman, 1934]
Sonntag, 1. Mai 2011
UpSert als StoredProcedure oder in interner Tabelle VB .Net
Es wäre also hilfreich und würde den Aufwand halbieren, wenn man beides in eine Abfrage bündeln könnte, eine UPSERT-Funktion also, die man als Datenbankskript (StoredProcedure). in der Datenbank speichert. So ein Skript könnte etwa so aussehen:
-- =============================================
-- Author: Peter-W. Fischer
-- Create date: 29.4.2011
-- Description:
-- =============================================
--CREATE TABLE [dbo].[Test](
-- [TestID] [uniqueidentifier] NOT NULL,
-- [TestWert] [nvarchar](200) NOT NULL,
-- [Inserted] [datetime] NOT NULL,
-- [Updated] [datetime] NULL,
-- CONSTRAINT [PK_Test] PRIMARY KEY CLUSTERED
--(
-- [TestID] ASC
--)WITH (PAD_INDEX = OFF, STATISTICS_NORECOMPUTE = OFF, IGNORE_DUP_KEY = OFF, ALLOW_ROW_LOCKS = ON, ALLOW_PAGE_LOCKS = ON) ON [PRIMARY]
--) ON [PRIMARY]
CREATE PROCEDURE [dbo].[TestUpSert]
@TestWert nvarchar(200)
,@Check uniqueidentifier OUTPUT
AS
BEGIN
-- SET NOCOUNT ON added to prevent extra result sets from
-- interfering with SELECT statements.
SET NOCOUNT ON;
SET @Check =null
BEGIN TRANSACTION
UPDATE dbo.Test WITH(SERIALIZABLE)
set
@Check = TestID
,Updated=GETDATE()
where TestWert = @TestWert
IF @Check is null
BEGIN
set @Check=NEWID();
INSERT dbo.Test (TestID, TestWert, Inserted)
values (@Check, @TestWert, GETDATE())
END
COMMIT TRANSACTION
-- select * from dbo.Test
END
GO
Die Tabelle hat vier Spalten.
- TestID (Uniqueidentifier/Primary Key),
- TestWert, die keine doppelten Einträge zulässt.(Indiziert!)
- Inserted (wird nur beim ersten Eintragen gesetzt) und
- Updated (wird bei jeder Aktualisierung gesetzt)
- TestWert, der neue oder zu aktualisierende Eintrag
- Check, ein Rückgabeparameter, der die TestID zur späteren Verwendung enthält
Falls aber Check nach dem Update immer noch NULL ist, gab es TestWert noch nicht in der Tabelle und wird nun per INSERT eingefügt; dabei wird die Spalte Inserted ebenfalls aktualisiert.
Das ganze wird threadsafe durch die Durchführung in einer Transaction und dem SERIALIZE-Attribut beim UPDATE.
Soweit, so gut.
Zum Testen kann man folgendes Skript verwenden:
DECLARE @Check uniqueidentifier
,@Counter int=0
,@Wert nvarchar(100)
Print 'Start: ' + CONVERT(nvarchar(30), GETDATE(), 126)
WHILE @Counter<100000
BEGIN
SET @Wert='Wert' + CONVERT(nvarchar(10),FLOOR(RAND()*50000))
EXEC dbo.TestUpSert @Wert, @Check OUTPUT
SET @Counter=@Counter+1
END
Print 'Ende: ' + CONVERT(nvarchar(30), GETDATE(), 126)
SELECT * FROM dbo.Test ORDER BY TestWert
Es werden 100.000 Einträge in die Tabelle vorgenommen, wobei der TestWert aus dem Wort 'Wert' und einer Zufallszahl zwischen 0 und 49999 besteht, damit es mit einer 50% Chance zu Updates kommen kann.
Server intern: ~ 50 Sekunden
Die Anfangs - und Endzeit des Skripts wird ausgegeben. Bei mir, auf einem mittelmäßigen Dualcore-PC, braucht das Skipt ca. 50 Sekunden, also im Schnitt etwa eine halbe Millisekunde pro Eintrag, was recht schnell ist.
Leider lässt sich diese Zeit nicht erreichen, wenn man TestUpSert aus einem VB .NET Programm aufruft. Ich habe dort in den Datadesigner die StoredProcedure übernommen, sie ist dort anschließend unter QueriesTableAdapter verfügbar und kann mit einer einfachen Funktion aufgerufen werden:
Dim start As Date = Now
Console.WriteLine("{0:G}: StoredProcedure-Test gestartet.", start)
Using qadap As New dsMMDBTableAdapters.QueriesTableAdapter
Dim i As Integer, id As Guid = Guid.Empty
For i = 1 To 100000
qadap.TestUpSert("Testwert" & Int(Rnd() * 50000), id)
Next
End Using
Console.WriteLine("{0:G}: StoredProcedure-Test beendet. Dauer: {1:0.000} Sekunden", Now, Now.Subtract(start).TotalSeconds)
Aufruf per .NET: ~ 8 Minuten
Im Prinzip passiert hier exakt das selbe wie im obigen Skript; allerdings dauert nun die ganze Aktion über 7 (!) Minuten, also mehr als 8x so lang. Tatsächlich braucht jeder neue Eintrag ein paar Millisekunden länger, der letzte fast 20 Sekunden, obwohl FeldWert in der Tabelle indiziert ist?!
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Eintragungen zunächst innerhalb des Programms , also direkt im Speicher vorzunehmen und anschließend die gesamte Tabelle in einem einzigen Update in die Datenbank zu schreiben. Dazu könnte man zunächst mit einer [Tabelle].Select-Abfrage testen ob der Wert bereits vorhanden ist und danach entweder updaten oder inserten. Tatsächlich kostet dieses Verfahren ebenfalls sehr viel Zeit, wenn die Zahl der Einträge in die Hunderttausend geht. Erheblich verbessern kann man das, indem man einen virtuelle Index auf die Testwert-Spalte setzt. Das geht, indem man ein Dataview über die Tabelle stülpt, das mit einem Sortierfilter arbeitet:
dvTab = New DataView(Tab)
dvTab.Sort = Tab.TestWertColumn.ColumnName
Dann sieht die eigentliche interne UpSert-Funktion so aus:
Public Function Upsert(ByVal Testwert As String) As dsMMDB.TestRow
Upsert = Nothing
Try
Dim rws() As DataRowView = dvTab.FindRows(Testwert)
Dim rw As dsMMDB.TestRow = Nothing
If rws Is Nothing Or rws.Length = 0 Then
rw = Tab.NewTestRow
rw.TestID = Guid.NewGuid
rw.TestWert = Testwert
rw.Inserted = Now
Tab.AddTestRow(rw)
Else
rw = rws(0).Row
rw.Updated = Now
End If
Return rw
Catch ex As Exception
End Try
End Function
.Net intern, dann DB-Update: ~ 4 Minuten
Die braucht, was kaum überrascht, für das interne Eintragen von 100.000 Werten nur knapp 5 Sekunden, allerdings braucht das Updaten der Datenbank dann zusätzliche 4 Minuten. Das sind aber immerhin nur noch etwas mehr als die Hälfte der Zeit, die der Aufruf der StoredProcedure braucht.
Aufgrund dieser Ergebnisse, würde ich also immer die letzte Methode bevorzugen, wenn es darum geht, eine große Menge von Daten in kurzer Zeit entweder zu aktualisieren oder zu insertieren. Der Nachteil der internen Methode ist allerdings, dass Daten solange verloren gehen können, solange sie nicht komplett in die Datenbank geschrieben wurden. Wenn es also vor allem um Datensicherheit geht, ist der Aufruf der StoredProcedure wohl unumgänglich.
Warum dieses Verfahren allerdings so 'teuer', also zeitintensiv ist, konnte ich bisher auch nicht erklären.
Falls jemand was weiß - bitte posten!
Samstag, 23. April 2011
Unsignierte Treiber in Server 2008 - unsigned driver server 2008
Hier die Lösung (hat zumindest bei mir funktioniert):
Command-Fenster öffnen:
dann erst dies:
bcdedit /set loadoptions DDISABLE_INTEGRITY_CHECKS
dann das hier:
bcdedit /set Testsigning on
eingeben und jeweils mit RETURN bestätigen.
In beiden Fällen sollte es eine Erfolgsmeldung geben.
Danach unbedingt den Server neu starten. Danach sollte rechts unten auf dem Desktop die Server Version und "Testmodus" stehen. Nun kann man auch unsignierte Treiber installieren (dazu im Warn-Dialog einfach 'trotzdem installieren' anwählen!)
Dienstag, 22. März 2011
Cubase 6: Video-Import funktioniert nicht! Lösung gefunden!
in Windows 7 ist nämlich standardmäßig UAC (User Acces Control) eingeschaltet, die dafür sorgt, das installierte Programme in der Regel nicht mit Administratorrechten laufen, um Schadsoftware von sensiblen Bereichen abzuhalten. Das ist durchaus sinnvoll. Allerdings scheint die UAC bei Cubase 6 die Initialisierung der Videotreiber zu verhindern. Daher kommt, egal welche Video-Datei man laden will, immer eine Fehlermeldung. Um das zu ändern, muss das Programm mindestens einmal im Administrator-Modus laufen. Dazu mit der rechten Maustaste auf das Cubase-Symbol klicken und im Menü 'als Administrator ausführen' auswählen. Danach wird die Initialisierung der Treiber erstmalig korrekt durchgeführt und es können Videodateien geladen werden. Anschließend kann das Programm dann wieder normal ohne Admin-Rechte gestartet und es können problemlos Videodateien geladen werden!
Ich hoffe nun, dass die hilfreichen Steinberg-Kollegen diese Lösung in ihre Knowledgebase übernehmen, damit andere nicht mehr verzweifeln müssen.
Montag, 21. März 2011
Cubase 6: Video-Import funktioniert nicht!
Besonders ärgerlich: auf demselben Rechner läuft die ältere Version SX2 problemlos und zeigt sowohl Quiktime als auch MPEG-Videos jeder denkbaren Kompression und Größe.
Am ärgerlichsten aber ist der Service von Steinberg. Ich habe da nun bereits zweimal innerhalb von 10 Tagen hingeschrieben und um Hilfe gebeten, außer einer Bestätigungsmail kam bisher absolut nichts. Ich denke, bei einer derart teuren Profisoftware müsste für registrierte Kunden mehr drin sein.
Im Netz finden sich viele, die dasselbe Probleme aber auch keine Lösung haben. Und auch in Steinbergs Knowledgebase steht nur, dass ab Version 5 nur noch Quicktime 7 unterstützt wird, was aber Blödsinn ist, da ich genau diese Version auf meinem Rechner habe und alle Filme im standalone Quicktime-Player reibungslos laufen. Es handelt sich also ganz klar um einen Bug in der Cubase Software, den die Leute dort scheinbar aussitzen wollen.
Mal gucken, was passiert, wenn man mit Nachdruck auf Nachbesserung bzw. Wandlung dringt, was nach dem Verbraucherrecht hierzulande Teil des Kaufvertrages ist.
Donnerstag, 10. März 2011
Playlist Converter for Zen X-Fi 2 MP3-Player
If you are interested, mail to my facebook account. If there are enough people, I will put it on my online storage for public access.
Dienstag, 31. August 2010
Donnerstag, 22. April 2010
Spiegel Online im Apfel-Rausch
Seit gefühlten 3 Monaten treibt Spiegel Online täglich eine neue Apple-Sau durchs Dorf. Scheint so, als wären die Redakteure dort im erbitterten Wettstreit mit professionellen Werbeagenturen um die größte Medienpräsenz des angebissenen Obstes. Nach meiner Meinung, haben sie bis jetzt klar gewonnen. Herzlichen Glückwunsch.
Bleibt aber die Frage, ob es einem seriösen Nachrichtenmagazin im Web gut zu Gesicht steht, wenn es sich zum willfährigen Jünger einer cleveren Lifestyle Company macht. Wie ernst kann man noch deren Berichte zu Afghanistan, Kindesmissbrauch oder Regierungspolitik nehmen, wenn sie angesichts eines mittelmäßigen technischen Gerätes in kritiklose Verzückung verfällt und nichts eiliger hat, als flammende Beiträge zur Missionierung der skeptischen Apple-Ungläubigen ins Web zu stellen. So schlecht kann das Gehalt der dort Arbeitenden doch nicht sein, dass sie sich durch solch inhaltsleere Lobeshymnen die iPhones und iMacs und andere i-Dinger als Belohnung verdiene müssen?
Jeder kleine Gangsta-Rapper weiß, Credibility ist alles. Und SPON ist gerade dabei seine massiv zu verspielen.
Montag, 17. August 2009
Wer kommt zu meiner Beerdigung?
Was für eine seltsame Frage, denkt sicher der eine oder andere. Schließlich kann es dem Abgetretenen doch vollkommen egal sein, wie viele und ob überhaupt Leute zu seiner Beerdigung kommen. Vermutlich hat er ganz andere Sorgen, allerdings weiß niemand so genau welche. Wir können nur wenig über die Gemütslage nach dem Exitus sagen weil noch niemand wieder zurückgekommen ist, außer in Zombiefilmen.
Wie dem auch sei. Ich bin jetzt 56 Jahre alt und während mir unter der Dusche das Wasser aufs dünner werdende Haupthaar prasselt (immerhin, ich hab noch fast alles davon im Gegensatz zu vielen Altersgenossen) kommen mir immer häufiger asexuelle Gedanken. Zum Beispiel frage ich mich, ob das Geld wohl reicht um später wenigstens bescheiden aber doch sorglos alt zu werden oder ob dann noch jemand da ist, der mich beim Schnarchen in die Seite knufft. Oder - ob Leute zu meiner Beerdigung kommen, ich kann es nun mal nicht ändern.
In der Zeitung lese ich immer wieder, dass Tausende zu diesem oder jenem Begräbnis gekommen sind um den Verschiedenen zu beweinen. Berge von Blumen und Kränzen türmten sich auf dem Grab und die wehmütigen Abschiedsreden wollten gar nicht enden. Wenn ich tot wäre und würde all diese trauernden Menschen sehen, die den großen Verlust beklagen, womit ich gemeint bin, dann würde mich das doch mit einigem Stolz erfüllen. Schließlich könnten sie ja auch was ganz anderes tun, im Internet surfen, im Café sitzen und flirten, wichtige Geschäfte abschließen oder es sich einfach mal gut gehen lassen. Stattdessen opfern sie ihre Zeit um mir die letzte Ehre zu erweisen. Das ist schon was.
Andererseits, kann ich mir denn sicher sein, dass diese vielen Leute überhaupt meinetwegen zum Friedhof oder zur Trauerfeier kommen? Zumindest kommen mir Zweifel, ob der oder die Verstorbene bei so einem Mammut-Begräbnis wirklich jeden der leise ins Taschentuch weinenden Anwesenden persönlich kannte. Bei Elvis sollen es damals mindestens 40.000 Trauernde gewesen sein und bei Lady Di noch ein paar Tausend mehr. Um die alle kennen zu lernen, müsste man praktisch jeden Tag nur noch Hände schütteln und käme sonst zu nichts mehr.
Ich gehe wohl von falschen Voraussetzungen aus, denn ich bin nicht berühmt. Bei Prominenten kommen jede Menge Leute eben wegen der Prominenz. Eine einseitige Liebesbeziehung. Hass kann natürlich auch der Grund sein. Es gibt wahrscheinlich sogar Stalker nach dem Ableben. Ein bisschen gruselig, finde ich.
Für Nicht-Berühmte wie mich gilt, es kommen nur Leute, die dich kennen und mögen und Zeit haben. Da wird's schon etwas eng. Wie viele davon gibt es in meinem aktuellen Leben? Gut, ich kenne wohl an die hundert oder mehr Menschen und kannte über die ganze Lebenszeit fünf- bis sechsmal so viele; gemeint sind all jene, mit denen ich zumindest für eine gewisse Weile persönlichen Umgang gepflegt habe. Aber mögen die mich? Und würden sie sich die Zeit nehmen, zur Beerdigung zu kommen?
Obwohl es mir, wie gesagt, eigentlich egal sein könnte, wer eine Schaufel Sand meiner Urne hinterher wirft, besonders, weil ich nicht an eine Wiedergeburt glaube, betrübt mich der Gedanke, es könnte am Ende niemand dabei sein außer dem Totengräber. Irgendwie sieht das doch so aus, als wäre ich ein furchtbarer Mensch gewesen, unfähig auch nur ein einziges Herz für sich zu gewinnen. Wahrscheinlich kalt und egoistisch und zu beschäftigt selbst auf irgendeine Beerdigung zu gehen. Mit anderen Worten: ein gefühlloses Arschloch. Mancher hätte vielleicht die Ausrede, dass er fern von der Heimat gestorben ist, fern von den Angehörigen und Freunden und deshalb in aller Einsamkeit verscharrt wurde, aber in meinem Fall fürchte ich, werde ich ganz brav zuhause den Löffel abgeben.
Ist nicht eigentlich das Andenken an einen Verstorbenen und vor allem dessen Dauer nach dem Tod ein wahrer Indikator für den Wert des Menschen zu Lebzeiten? Und wenn nun keiner an meinem Grab erscheint und an mich denkt, hab ich dann ein wertloses und damit nutzloses Leben gelebt?
Kann es sogar sein, dass wir insgeheim alle diese eine Triebfeder in uns haben, nämlich Eindruck zu hinterlassen, der groß genug ist, um auch noch nach unserem Dahinscheiden weiter zu wirken, 'not fade away', wie die Stones schon sangen? Und sind wir oft sosehr damit beschäftigt, dass wir darüber vergessen richtig zu leben, unser einzigartiges Leben mit all seinen Ecken und Kanten, und stattdessen eine Art Promotion-Ausgabe von uns präsentieren, deren Aufrechterhaltung uns fast alle Kraft kostet, die wir ansonsten zum Erreichen unser echten Ziele dringend bräuchten?
Ich bin mir nicht sicher.
Also wache ich weiter ab und zu auf, mit dem Bild eines trostlos, kalten, verregneten Novembermorgens im Kopf. Ein älterer halbkahler Mann mit Gummistiefeln und Overall versenkt achtlos ein schmuckloses Metall-Behältnis in einem Erdloch, schaufelt mürrisch Sand rein und legt eine Grassode drauf. Begutachtet kurz seine Arbeit, tritt die Sode nochmal fest und eilt unter das Vordach des Geräteschuppens um sich eine Zigarette anzuzünden.
Und das war's.
Doping
Das Dilemma beim Doping ist immer dasselbe. Wir alle sind Voyeure, mehr oder weniger begeisterte, aber immerhin. Und jede Sportveranstaltung ist schlussendlich auch eine Show. Also erwarten wir, wie im Zirkus, auf der Bühne, im Kino oder beim schweren Verkehrsunfall auf der Gegenspur, kleine Wunder, Zaubereien, Höchstleistung und wenigstens ein bisschen Grusel. Je unglaublicher, umso schöner. Das wussten auch schon die alten Römer und veranstalteten 'Brot und Spiele' um die Massen davon abzuhalten sich politische Gedanken zu machen.
Heute können wir weltweit bequem im Fernsehsessel die Gladiatoren beim Kämpfen beobachten und wenn es nicht spektakulär genug ist, zeigt der Daumen nach unten und man geht zum 2. Bier über. Wenn also unsere modernen Arenakämpfer zu allen Mitteln greifen ist das nur konsequent, alle wissen das.
Peinlich und verwerflich ist dabei lediglich die Bigotterie von Funktionären und Politikern, die sich im Zweifel im Ruhm ihrer gedopten Spitzenathleten sonnen. Es wird Zeit über einen vollkommen neuen Modus nachzudenken und Doping nicht nur zu legalisieren, sondern ganz offen zu deklarieren, wie Reifenmarken bei der Formel 1 oder Anzughersteller beim Schwimmen.
Damit wir wählen können, muss es alternativ dann eben noch die dopingfreien Spiele geben!
Samstag, 27. Juni 2009
Twitter. Na und?
Die ganze Welt ist scheinbar verrückt nach Twitter, zumindest summt und brummt es so im Internet. Aber warum? Was macht diesen maximal 140 Zeichen langen Internet-SMS-Service so genial?
Ich schicke eine kurze Text-Nachricht auf einen Server und alle jene, die sich als meine 'Jünger' bzw. follower angemeldet haben, können in kurzer Zeit sehen, dass es bei mir regnet, ich mir in den Finger geschnitten habe oder Claudia eine blöde Schlampe ist. Toll! Man kann die Nachrichten direkt im Netz, mit einem Twitter Client auf dem Computer oder auf dem Handy empfangen, bzw. ver-folgen.
Seit Obama Twitter für den Wahlkampf entdeckte, gibt es kaum noch irgendeine Zeitung, TV-Sender oder Organisation, die nicht einen Twitter-Account hat und ihn kräftig nutzt. Jede noch so kleine Meldung wird in 140 Zeichen komprimiert und in die Welt ge-zwitschert. Frisst ja kein Brot, wie mein Onkel immer so sagte.
Wenn man ein fleißiger Follower von, sagen wir, fünfzig dieser aktiven Twitterer ist, kann man dem Vorbeifließen der Tweets zugucken, wie etwa dem Niagarafällen. Ein stetes Text-Vorbei-Rauschen ohne jede Struktur und Ordnung aber mit dem schönen Gefühl, dabei zu sein. Inzwischen gibt es dazu passend jede Menge praktische Tools, wie Filter, Kurz-URLs, Hashtags usw. Alle nur dafür erfunden, um der Flut Herr zu werden oder das 140 Zeichen Diktat zu erweitern.
Der Twitter-Hype ist berechtigt, wenn man sich die nackten Zahlen anschaut. Das Ganze wurde 2006 in die Welt gesetzt und hat seitdem täglich weltweit etwa 50.000 neue User gewonnen. Allerdings bleiben davon weniger als 40% dabei, besser gesagt, sie melden sich nicht ab. Wie viele von jenen wirklich aktiv sind, ist nicht zu ermitteln. Es gibt aber sicher Situationen, wo der Dienst besonders gefragt ist, z.B. aktuell während der iranischen 'Wahlen'.
Irgendjemand hat mal zynisch formuliert: "Twitter ist ein Werkzeug, unwichtige Nachrichten an Personen zu senden, die einem vollkommen egal sind, damit sie sie nicht lesen." Und ich kann darin viel Wahrheit erkennen. Wo genau der Vorteil gegenüber anderen Systemen liegt, wird mir nicht klar. Wenn ich jemandem konkret etwas mit wenigen Worten mitteilen möchte, kann ich auch SMS nutzen, sogar mit Ankunftsbestätigung. Oder ich schicke eine email. Wenn ich mich aber tiefer mit einem Thema befassen will, geht kein Weg an einer ausführlichen Internetrecherche vorbei.
Twitter ist schnell, okay, aber was habe ich davon, wenn ich im Nachrichtenmüll ersticke, oder meine Filter so streng setzen muss, dass ich nur ein paar ausgewählte Meldungen mitbekomme aber die wichtigen verpasse?
Angeblich sollen Google und Facebook schon scharf drauf sein, Twitter zu kaufen, es wird von 500 Milionen $ Marktwert gemunkelt. Bloß wofür? Bis heute haben die Erfinder noch nicht eine Cent damit verdient. Und wie, wenn nicht mit Werbung, soll das auch gehen. Bloß, Werbung braucht Platz und wir haben nur 140 Zeichen – ich verstehe es nicht! YouTube, von Google für 1,6 Milliarden(!) $ gekauft ist bis heute ein Millionengrab, mal abgesehen vom ständig wachsendem Copyright-Ärger.
Und dann ist da noch dieses bedenkliche Follower-System. Genauso wie bei MySpace, Facebook oder allen anderen Communities ist die Anzahl der 'Freunde' oder eben 'Folgenden' die Währung, mit der Prominenz und damit Bedeutung vorgegaukelt werden soll. Aber wie aussagekräftig ist es, wenn irgendein mittelmäßiger Schauspieler über eine Million Folllower hat? Ist er damit wichtiger als der Dalai Lama? Oder Barak Obama? Ich erkenne hier wieder nur ein Mittel um die menschlichen Umgang zu technisieren und damit immer kälter, gefühlloser zu machen. Nichts gegen Gezwitscher, aber bitte von echten Vögeln im Park an einem lauen Sommerabend, während ich mit meinen Liebsten und Freunden echte Würstchen auf einem echten Grill brate und dabei jemand eine echte, leicht verstimmte Gitarre spielt und dazu singt, aus ganzen Herzen!
Hier noch ein lohnender Gedanke zum Untergang der 'Sendeblase'.
Dienstag, 14. April 2009
Ist Internet-Demokratie die bessere Demokratie?
Ein paar Gedanken zur Politik von Peter-Wolfgang Fischer
Schaut man sich den politischen Entwicklungsprozess der Menschheit an, fällt auf, dass über die Jahrhunderte die Entscheidungsmacht von einzelnen, gottgleichen Herrschern (Theokratie, Monarchie) auf immer mehr Verantwortliche (Aristokratie, Oligarchie) und schließlich auf das gesamte Volk (Demokratie, Volksherrschaft) überging. Diese Umverteilung erfolgte selten unblutig und nie freiwillig, gleichwohl mit einer erstaunlichen Zwangsläufigkeit. Offenbar schätzen alle Menschen ihre persönliche Freiheit als höchstes Gut und jede Einschränkung aus menschengemachten Gründen, ob religiös, wirtschaftlich oder abstammungbedingt führen früher oder später zu einer Befreiungs(re)aktion, wie die Geschichte zur Genüge beweist.
Wir sind also aufgrund dieser Mechanismen mittlerweile in vielen Ländern der Erde bei der Demokratie angekommen, besser: der repräsentativen Volksherrschaft. Scheinbar ist damit auch das Ende der politischen Entwicklung erreicht, schließlich kann man das Volk, den Einzelnen, und damit die politische Macht nicht mehr weiter aufteilen.
Grundsätzlich ist die vollkommene persönliche Freiheit auch in der Demokratie noch nicht erreicht. Denn solange es Herrschaft gibt, gibt es auch Herrschende und Beherrschte mit allen daraus resultierenden Folgen. Nur in einem komplett herrschaftslosen System könnte man von einer Idealverteilung der Macht sprechen, da nun jeder einzig und allein für seine persönliche Freiheit und damit auch sein Handeln verantwortlich ist. Schon seit der Antike denken Philosophen über das Für und Wider einer solchen Anarchie nach und kommen bis heute zum Schluss, dass der Mensch wohl noch nicht reif dafür ist. Der Gegenbeweis wäre anzutreten.
Vorläufig aber haben wir nun die repräsentative Demokratie, in der das Volk wenigstens die Macht heben soll, wichtige Entscheidungen für die Gemeinschaft zu treffen, wann immer dies erforderlich ist. Tatsächlich wählt es in regelmäßigen Abständen einige wenige Vertreter, eben Repräsentanten, die dann jeweils im Parlament entscheiden, was zu tun ist. Bis zur nächsten Wahl (zumeist in 4-5 Jahren) bleibt der Wählende ohne Stimme und Einfluss, kann also nur noch aus der Ferne beobachten, ob die Repräsentanten ihn auch wirklich vertreten.
Es gab bei seiner Einführung zu Beginn des 19 Jahrhunderts gut nachvollziehbare Gründe für dieses Wahlsystem. Würde man für jede zu treffende Entscheidung jedesmal einen neuen Wahlkampf mit Wahllokalen, Stimmzetteln, Auszählungen und der gesamten nötigen Logistik beginnen, wären alle nur noch damit beschäftigt, wichtige Handlungsschritte würden blockiert oder gar nicht erst unternommen.
Obwohl die Väter dieser Regierungsform die Nachteile kannten, nahmen sie die dennoch in Kauf, weil es bessere Systeme eben nicht gab. Und tatsächlich weist die repräsentative Demokratie eine positive Bilanz aus. Was soziale und wirtschaftliche Sicherheit betrifft, schlägt sie deutlich alle anderen Herrschaftsformen. Die Menschen nehmen diese Vorteile gern mit, was maßgeblich zur Verbreitung der Demokratie beigetragen hat und immer noch beiträgt.
Mit den Jahren treten aber auch zunehmend die Nachteile hervor. Einer davon ist das handelnde Personal. Das System hat einen völlig neuen Menschentyp geschaffen, den Berufs-Politiker. Wie bei jedem anderen Menschen, ist sein Hauptinteresse verständlicherweise, den Job zu behalten, der ihn ernährt. Er verhält sich dabei, wie jeder andere Arbeitnehmer auch: möglichst wenig anecken und mit allen Mitteln dafür sorgen, dass der Vertrag – oder besser, der Listenplatz – verlängert wird. Im besten Fall wird er dabei bloß ein wenig opportunistisch handeln, im schlechteren ist er offen für Bestechung und Postenschieberei bis hin zum Betrug. Im Zweifel wird er aber immer zuerst sich selbst und dann seine Wähler vertreten.
Ein zweites, schwerwiegendes Manko der repräsentativen Demokratie ist ihre Schwerfälligkeit. Es geht ohnehin schon viel Energie allein durch die Absicherung der parlamentarischen Machtverhältnisse verloren, erst recht, wenn Wahlen anstehen. Noch mehr versickert aber durch interne Parteipolitik, Lobbyarbeit und nebenberufliche Tätigkeiten. Das führt immer mehr dazu, dass die Parlamente nur noch reaktiv handeln, statt, wie ursprünglich gedacht, zu planen und zu führen. Die Angst, sich beim Wähler unbeliebt zu machen, lähmt zunehmend die Legislative und führt, wenn überhaupt, zu einer Politik der Mikro-Schritte mit der Option, auch diese bei Bedarf sofort wieder zu kassieren.
Andere ältere Herrschaftssysteme haben sicher schwere Konstruktionsmängel, aber in Hinblick auf die Entscheidungsfreude sind sie der repräsentativen Demokratie überlegen.
Der Wähler, dessen Stimme sich in der Hand einiger weniger Vertreter befindet, stellt immer häufiger fest, dass sich viel weniger bewegt als erwartet oder schlimmer noch, die Versprechen seiner Repräsentanten sich ins Gegenteil verkehren. Dass seine Stimme nicht nur nicht zählt, sondern womöglich sogar der Gegenseite zugerechnet wird. Er stellt zudem fest, dass er wenig bis gar keine Möglichkeiten hat, daran etwas zu ändern, denn verabredungsgemäß hat er für eine ganze Wahlperiode auf seinen persönlichen, direkten Einfluss verzichtet.
Gleichzeitig fällt es dem Wähler von Wahl zu Wahl immer schwerer sich überhaupt noch für einen Vertreter zu entscheiden, weil sie sich immer ähnlicher werden. Was kein Wunder ist, sondern zwangsläufig in Systemen passieren muss, wo die Mehrheit regiert. Die befindet sich nämlich rein rechnerisch – Gauß sei Dank – immer in der Mitte einer Gruppe, in diesem Fall des ganzen Volkes und bildet dort einen Glockenkörper. Wer also viele Stimmen bekommen will, muss möglichst viel von dem versprechen, was sich die Leute im Glockenberg wünschen. Da das aber letztlich für alle politischen Gruppierungen gilt, gleichen sich Programme und Personen immer mehr an, bis sie nicht mehr zu unterscheiden sind. Womit sich demokratische Wahlfreiheit de facto erledigt hat.
Jetzt könnte man einwenden, dass diese Entwicklung zwar langweilig aber dennoch sinnvoll ist, da man wohl voraussetzen kann, dass die Entscheidungen aller politischen Parteien auf diese Weise dem Wunsch der breiten Masse und damit dem demokratischen Grundgedanken entsprechen. Dabei wird aber übersehen, dass Gesellschaften dynamische Systeme sind, die ständig Veränderungen unterworfen sind. Diese Veränderungen erfolgen immer schneller und radikaler. Vieles, was vor einem Jahr noch gegolten hat, ist inzwischen obsolet. Die Halbwertzeit getroffener Entscheidungen, beschlossener Gesetze, wird immer kürzer. Darauf aber können die verantwortlichen Berufspolitiker in der Regel kaum reagieren. Erstens sind sie dem Programm verpflichtet, mit dem sie zur Wahl angetreten sind, auch wenn es inzwischen von der Wirklichkeit überholt sein sollte und zweitens fehlt ihnen der Zugang zum Alltag der Menschen und deren Sorgen, weil sie beruflich mit anderen Dingen beschäftigt sind, so dass ihnen entscheidende Signale entgehen.
Diese Entwicklung führt zu absurden und gleichzeitig beunruhigenden Ergebnissen. Immer häufiger liegt bei Kommunal- oder Landtagswahlen die Wahlbeteiligung unter 50%. Immer häufiger schaffen es dabei radikale Gruppierungen in die Parlamente zu kommen. Die Botschaft ist klar: der Durchschnittswähler glaubt nicht mehr an das System! Zu oft hat er erlebt, dass seine Vertreter Interessen ignoriert, Versprechen gebrochen und ihm immer neue Lasten aufgebürdet haben. Er hat gelernt, dass es keinen Unterschied macht, wem er seine Stimme gibt, da das Ergebnis in jedem Fall nicht das sein wird, was er gewählt hat.
Schließlich entscheidet er sich zum logischen Schritt: er verweigert seine Stimme. Dass er damit die Kreuze der aktiven Urnengänger aufwertet, ist einer der fatalen Konstruktionsfehler der repräsentativen Demokratie. So kann es passieren, dass eine Partei mit einem Mehrheitsergebnis von 30% aller abgegebenen Stimmen für vier Jahre die Geschicke einer ganzen Region bestimmen kann, obwohl sie rein rechnerisch dabei gerade mal 15% der Menschen per Stimmzettel hinter sich hat. Viel schlechter sah es da zu Zeiten der Aristokratie auch nicht aus.
Kein Wunder, dass ab und zu Stimmen laut werden, eine allgemeine Wahlpflicht einzuführen, entsprechend der Wehr- und Schulpflicht. Länder wie Griechenland, Belgien, Australien oder Kongo verwenden dieses Instrument, um die Legitimierung der Wahlen nicht zu gefährden. Andererseits – ist Wahlpflicht demokratisch? Wenn man sich nur zwischen Pest oder Cholera entscheiden kann, ist das überhaupt eine Wahl? Ist da nicht Stimmverweigerung der wesentlich demokratischere Ansatz und die einzige Möglichkeit zu zeigen, dass ich weder das eine noch das andere will.
Tatsache ist jedenfalls, die Partei der Nichtwähler wird immer größer. Viele Politiker entdecken als Ursache in den letzten Jahren eine allgemeine Wahlmüdigkeit. Es gibt ihnen zufolge einfach viel zu viele Wahlen in zu kurzer Abfolge, als das die Leute noch wirklich Interesse haben könnten. Mag sein, doch wie kommt es dann, dass Millionen von Menschen offenbar nicht zu müde sind, ihren Superstar, das Tor des Monats, den besten iTunes-Song oder den nächsten Kandidaten für Big Brother zu wählen. Und das fast täglich und sogar auf eigene Kosten? Es gibt kaum eine Web-Community die nicht irgendein voting am Start hat, kaum ein social network ohne tägliche Stimmabgaben. Statt müde zu werden, nehmen immer mehr User eifrig dran teil.
Aber hier handelt es sich um bloßes Entertainment, Freizeitspaß ohne größere Bedeutung – mit Politik überhaupt nicht zu vergleichen. Das wird gern entgegen gehalten, sobald derartige Argumente auftauchen. Bei einer politischen Wahl trifft man lebenswichtige und langfristige Entscheidungen, die alle Bereiche des täglichen Seins betreffen, was bei DSDS wohl kaum der Fall ist (sieht man mal von den Kandidaten selbst ab).
Wenn es tatsächlich stimmt, dass politische Wahlen derart tiefgreifende Bedeutung haben, dann sollte man sich ernsthaft Gedanken über die repräsentative Demokratie machen. Was bedeutet es dann, wenn bei der letzten Bundestagswahl in Deutschland die stärkste Partei gar nicht im Bundestag vertreten war, nämlich die Partei der Nichtwähler. Wie sieht es mit der Legitimation der Regierenden aus, wenn ein Viertel der Bevölkerung ihnen das Stimmkreuz verweigert? Kann man sich ohne deren Stimme noch mit Fug und Recht als Vertreter des Volkes begreifen?
Wenn aber allgemeine Wahlpflicht nicht wirklich demokratisch ist und wir für Anarchie noch nicht reif sind, was könnte dann der Ausweg aus dieser unglücklichen Spirale sein?
Rekapitulieren wir: der Berufspolitiker ist anfällig für egoistische Entscheidungen, das Parlament ist zu sehr mit sich und seiner Machtkonstellation beschäftigt, Entscheidungen werden mit Blick auf Wiederwahl populistisch getroffen, die politischen Werkzeuge sind zu träge um mit der realen Entwicklung Schritt zu halten, langfristige Planungen oder gar Visionen bleiben auf der Strecke. Dies alles, weil zur Gründerzeit der repräsentativen Demokratie weder Mittel noch Wege zur Verfügung standen, das Volk jedesmal zu befragen, sobald wichtige Entscheidungen anstanden.
Und heute? Heute kann man an fast jedem Punkt der Welt aktuelle Börsenkurse in Echtzeit abrufen, Flüge buchen, Medikamente kaufen, einen Partner finden, der sich auf der anderen Erdhalbkugel befindet, man kann sich mit fast allem versorgen ohne auch nur einen Schritt vor die Tür zu setzen. Viele Menschen treffen problemlos und immer wieder durchaus lebenswichtige und tiefgreifende Entscheidungen mit einem Mausklick im Internet. Wie würden sie wohl klicken, wenn sie gefragt werden, ob sie die Abwrackprämie verlängern oder die Hypo-Real-Estate bankrott gehen lassen wollen? Wahrscheinlich teilweise spontan aus dem Bauch, nach Gefühl, oder kühl überlegt, nachdem man sich ausführlich informiert hat – das Internet bietet alle Möglichkeiten dazu. Wie auch immer, die Menschen würden sich genauso entscheiden, wie sie es auch bei der Wahl (oder Nichtwahl) ihrer Partei gemacht haben.
Wir haben den biometrischen Ausweis mit digitalen Fingerabdrücken, wir zahlen bargeldlos und hinterlassen eine leuchtende Spur unserer Interessen und Vorlieben dabei, wir können unsere Position auf diesem Globus bis auf wenige Meter genau dank GPS bestimmen, die Zentren der großen Städte sind lückenlos kameraüberwacht, mit sieben Merkmalen kann Interpol fast jeden Verdächtigen per Rasterfahndung lokalisieren – die Welt ist digital vernetzt und wir sind es damit auch. Nur wählen tun wir nach wie vor per Stimmzettel in der Wahlkabine einmal alle vier Jahre. Während wir hundert Emails pro Tag versenden, Telefongespräche rund um den Erdball führen, uns in Blogs veröffentlichen und live zusehen, wie in Bogota Polizisten ein Drogenversteck ausheben bleiben wir für diese vier Jahre von der politischen Willensbildung ausgeschlossen, als wäre der Bundestag auf einem Lichtjahre entfernten Planeten.
Nein, die Wähler sind nicht müde sondern verdrossen. Die Systeme passen nicht mehr zu einander, sie sind asynchron und das schon eine ganze Weile. Bewusst oder unbewusst spüren wir, dass es Zeit ist, die politischen Werkzeuge den heutigen Möglichkeiten anzupassen. Genauso hilflos, wie ein Automechaniker (er heißt nicht ohne Grund heute Mechatroniker), mit Schraubenzieher und Schraubschlüssel vor der Motorhaube eines modernen 7er BMWS steht, steht die parlamentarische Politik vor dem globalen Weltmotor. Wir brauchen den Politroniker, der digital vernetzt aktuelle Stimmungen analysiert, bündelt und sein Votum entsprechend anpasst. Adäquat zum Mechatroniker, der per Computer in Motor und Elektronik des Autos hineinhorcht, bevor er die notwendigen Schritte unternimmt, sollte der Politroniker in seine Wähler hineinhorchen um eine sichere Diagnose stellen zu können.
Statt vier Jahre auf die nächste Chance zum Kurswechsel zu warten, sollte jeder mündige Bürger jeden Tag die Chance haben, seine eigene Entscheidung zu wichtigen politischen Themen zu treffen. Ganz bequem, im Internet, per Mausklick. Mag sein, dass darunter Entscheidungen zu Themen anstehen, mit denen sich der Klickende überhaupt nicht auskennt, dann macht er seinen Klick eben nach Gefühl. Es ist eine schlichte Tatsache, dass jeder von uns wenige Themen kennt, in denen er Experte ist und weitaus mehr solche, von denen er keine blasse Ahnung hat. Das trifft auch auf unsere heutigen Parlamentarier zu. Dennoch müssen sie jeden Tag ihre Hand für oder gegen ein Gesetz heben. Es gibt also kaum begründete Sorge, dass die ‚Laien' vor dem Computer dramatisch anders entscheiden würden. Im Gegenteil, weil bei der Internet-Abstimmung zumindest die Lobbyisten und der Fraktionszwang wegfallen, dafür aber tagesaktuelle Erkenntnisse und neueste Zahlen einfließen können, dürften die Ergebnisse wesentlich besser den aktuellen Stand der Diskussion widerspiegeln. Denken wir an dieser Stelle einmal daran, was die Wurzel des Wortes Politik ist, nämlich das griechische polis, die Gemeinschaft. Politik ist also das Entscheiden und Handeln einer Gemeinschaft.
Interessanterweise wird als Hauptargument gegen die Internet-Demokratie immer wieder die Unkontrollierbarkeit und Emotionalität der so ermittelten Volkswillen angeführt. Was, wenn gerade ein Kind von einem Päderasten ermordet wurde und man würde über die Wiedereinführung der Todesstrafe abstimmen lassen? Würden sich dann nicht die meisten Menschen zum Lynchmob sammeln und alle Kinderschänder hängen? Abgesehen davon, dass man bei Entscheidungen dieser Art durchaus ein mehrstufiges Verfahren einplanen könnte, schließlich geht es hier wirklich um Tod und Leben, kann man gut an Amerika sehen, das so etwas nicht zu befürchten ist. In sämtlichen Staaten, in denen die Todesstrafe bisher abgeschafft wurde, haben selbst die furchtbarsten Massaker nicht zur Wiedereinführung geführt, obwohl oder gerade weil dazu eine Volksabstimmung durchgeführt wurde.
Überhaupt zeigt sich, dass in Ländern, in denen regelmäßig Volksabstimmungen durchgeführt werden (z.B. Österreich, Schweiz, Italien, USA) die Ergebnisse durchweg moderat und sachlich waren. Selbst bei sehr emotionalen Themen. Der Grund liegt hier in dem statistischen Umstand, dass selbst die Gaußsche Mitte immer noch sehr heterogen ist, wenn es um konkrete Lebensfragen geht. Was wir jederzeit an uns selbst überprüfen können: wie oft sind wir genau der gleichen Meinung unserer Freunde, oder nur zum Teil, oder sogar absolut konträr? Wie viel mehr gilt das dann wohl für Menschen, die nicht zu unserem Bekanntenkreis zählen.
Zugegeben, es sind wichtige Fragen zu klären, um den Wechsel zu einer Internet-Demokratie möglich zu machen. Zuvorderst die Sicherheit. Wie kann man Manipulation und Missbrauch verhindern, wie die Identität gewährleisten? Dann das grundsätzliche Verfahren; bedeutet eine Mehrheit sofort ein gültiges Gesetz, oder gibt es zunächst qualifizierende Verfahren, je nach Bedeutung der Entscheidung? Wer stellt überhaupt die Entscheidungen zur Diskussion? Wer verwaltet die Entscheidungen und gießt sie in wasserdichte Wortform? Brauchen wir überhaupt noch ein Parlament? Wer entwickelt und kontrolliert die Abstimmungen? Und wer kontrolliert die Kontrolleure?
Aber abgesehen von diesen Hürden – die wir ganz sicher nehmen können und werden, wenn wir nur wollen – über kurz oder lang wird sich das aktuelle politische System selbst abschaffen, wenn es nicht mit der Zeit geht, genau, wie so viele vorher im Laufe der Zeiten. Es gibt schon eine ganze Reihe Politiker die das wissen und andere Wege gehen. Nicht zuletzt Barack Obama, der seinen fulminanten Wahlsieg sicher auch einem klug geführten Internet-Wahlkampf verdankt. Auf dem Weg zum freien, selbstbestimmten Menschen führt letztlich kein Weg an mehr politischer Beteiligung und damit persönlicher Verantwortung vorbei. Die technischen Mittel sind jedenfalls vorhanden.
Dienstag, 15. Januar 2008
Domainbox fällt dauernd aus
Ist jemand beim deutschen Hosting-Provider Domainbox.de? Herzliches Beileid! Ich bin leider dort mit meiner Seite http://www.klar-rock.de und neuerdings fällt der Server fast täglich zwischen 2-20 Stunden aus! Falls ihr nach einem guten Hoster sucht: NICHT domainbox nehmen!